Startseite
Anti-Jagd-Demo Presse
    Pressemitteilungen
Anti-Jagd-Demo: Teilnehmer
Anti-Jagd-Demo Reden und Grußworte
Anti-Jagd-Demo Bildergalerie
Jagd-Bilder
Natur ohne Jagd: Texte und Artikel
Linkliste
Impressum

20.8.07: Prozess um Jägerpräsident Vocke

Bayerischer Rundfunk

Jäger im Streit mit Tierschützern

Ein Streit zwischen Tierschützern und Jägern beschäftigt um 11 Uhr das Landgericht München. Ein Vertreter der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" hatte bei einer Demonstration den bayerischen Jägerpräsidenten Jürgen Vocke als „Lusttöter“ bezeichnet. Dagegen wehrt sich Vocke jetzt vor Gericht. Vor Beginn der Verhandlung wollen die Tierschützer vor dem Münchner Landgericht demonstrieren. Der Konflikt zwischen dem CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Vocke und den Tierschützern hat im März dieses Jahres begonnen. Anlässlich der Jägermesse in München hatte die Initiative zur Abschaffung der Jagd auf dem Münchner Marienplatz lautstark gegen die Tötung von Wildtieren demonstriert. Daraufhin erschien zwei Monate später in der Verbands-Zeitschrift „Jagd in Bayern“ ein Artikel des bayerischen Jägerpräsidenten Vocke. Darin griff er die Jagdgegner an, verteidigte das Recht auf Jagd und bezeichnete das Jagen wörtlich als Passion. Auf einer Demonstration im Juli verteilten dann die Jagdgegner einen Flyer mit einer blutigroten Überschrift „Ist Vocke ein Lusttöter?“ und zahlreichen Bildern von getöteten Wildtieren. Die Tierschützer begründen die Bezeichnung „Lusttöter“ damit, dass das lateinische Wort „Passion“ auch mit Lust übersetzt werden könne. Das will Vocke jetzt den Tierschützern vom Münchner Landgericht verbieten lassen. Die Behauptung er töte aus Lust Tiere sei unwahr und beleidigend. Eine Entscheidung des Gerichts wird allerdings erst in den nächsten Wochen erwartet. Vor der mündlichen Anhörung haben die Tierschützer eine Demonstration vor dem Justizpalast in der Prielmayerstraße mit 30 bis 50 Anhängern geplant.

Quelle: Bayern 1, 20.8.2007



Nach oben

Bayern 1, Magazin

Bayern 1, Magazin, 20.8.2007, 18.40 Uhr

Sind Jäger Lusttöter?
Also, damit wir uns richtig verstehen: Es geht jetzt nicht darum, ob ein Mann, der Tiere erschießt, bei Frauen gut ankommt oder nicht. Sondern darum, ob Jäger aus Lust töten.
Eine Frage, die heute vor Gericht beantwortet wurde.
Hintergrund: Der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Jürgen Vocke, hat in einem Zeitungsartikel geschrieben: „Die Jagd ist nicht nur Dienst und Pflicht, sie ist Passion.“
Jetzt hat eine Initiative zur Abschaffung der Jagd „Passion“ übersetzt mit „Lust“ – und prompt aus Bayerns oberstem Jäger einen „Lusttöter“ gemacht.
Der, selber früher Richter, zog prompt vor Gericht.

Jürgen Vocke, der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, darf von Tierschützern ab sofort nicht mehr „Lusttöter“ genannt werden. Diese Bezeichnung sei keine freie Meinungsäußerung, sondern ehrverletzend und diffamierend, so Richter Matthias Bühring.
Dagegen dürfen Jagdgegner weiterhin behaupten, Jürgen Vocke töte aus Lust Tiere – auch wenn der Unterschied zwischen diesen beiden Aussagen nicht gerade groß ist.
Der Streit zwischen dem CSU-Landtagsabgeordneten Vocke und den Jagdgegnern hatte schon vor Monaten begonnen. In der Verbandszeitschrift „Jagd in Bayern“ war ein Artikel des bayerischen Jägerpräsidenten erschienen. Darin schrieb Vocke unter anderem, eine erfolgreiche Pirsch sei eine große Freude, die Jagd sei eine Passion.
Das Wort „Passion“ übersetzten die Tierschützer wörtlich mit „Lust“ und „Leidenschaft“. Auf einer Demonstration im Juli in München verteilten die Tierschützer ein drastisches Flugblatt. Darauf prangte die Überschrift: „Ist der Landtagsabgeordnete Vocke ein Lusttöter?“
Außerdem auf dem Flyer: grausame Fotos von erschossenen Wildtieren.

Der Anwalt der Tierschützer, Christian Sailer: „Die Gegner der Jagd haben den Jägern vorgeworfen, dass sie Tiere aus Lust töten. Das wird in vielen Jägerzeitschriften bestätigt. Deshalb haben die Jagdgegner die verständliche Frage gestellt: Ist vielleicht auch Herr Vocke ein Lusttöter?"

Auf dem umstrittenen Flugblatt war außerdem der nun erlaubte Satz zu lesen: „Vocke gebe selbst zu, aus Lust Tiere zu töten.“
Diese Aussage wollte der Präsident des bayerischen Jägerverbandes nicht länger hinnehmen. Es kam schließlich zu einer Unterlassungsklage.

Vocke: „Die Unterstellung, dass ich als Lusttöter auf die Jagd gehe, und die Unterstellung, dass ich in die Nähe von Mördern gerückt werde, die weise ich mit aller Entschiedenheit zurück. Das ist eine Beleidigung der gesamten Jägerschaft.“

In der heutigen Verhandlung vor dem Münchner Landgericht konnten sich beide Parteien nicht auf einen Vergleich einigen.
Nun müssen sich die Jagdgegner zurückhalten und nicht mehr fragen: „Ist Vocke ein Lusttöter?“

Rechtsanwalt Christian Sailer kann das nicht ganz verstehen: „Ich bin enttäuscht darüber, dass das Gericht der Meinungsfreiheit nicht die Geltung zugesprochen hat, die das Grundgesetz vorsieht. Diese Frage ist erlaubt aufgrund eines Artikels, den Herr Vocke selbst geschrieben hat. Und ich möchte noch mal sagen: Wenn man einerseits sagen darf `Sie geben also selbst zu, Tiere , aus Lust zu töten´, warum darf man dann nicht die Frage stellen: `Ist Herr Vocke ein Lusttöter?´

Ebenso enttäuscht wie sein Anwalt ist Kurt Eicher, der Sprecher der Jagdgegner, der stellvertretend als Beklagter auf der Bank saß: „Ich finde dieses Urteil nicht mutig genug, denn die Art und Weise der Rechtsfindung, der Wahrheitsfindung, wurde im Prinzip nicht richtig begangen. Meines Erachtens hätte man noch viel weiter auf die Jagd eingehen müssen, für die es weder sinnvolle ökologische noch biologische Begründungen gibt, d.h., es ist ökologisch und biologisch gar nicht notwendig. Wenn dann diese Gründe wegfallen – was bleibt dann übrig, um auf die Jagd zu gehen?“

Zufrieden dagegen scheint der Präsident des Bayerischen Jägerverbandes selbst, Jürgen Vocke. Er erschien nämlich gar nicht mehr zur Urteilsverkündung.
Die Jagdgegner wollen nun Berufung gegen das Urteil einlegen.

David Herting, Bayern 1 in München



Nach oben

STERN

Urteil

Nicht jeder Jäger ist ein "Lusttöter"

Jäger genießen nicht überall den besten Ruf. Vor allem nicht bei Tierschützern. Sie aber gleich als "Lusttöter" zu bezeichnen - das geht zu weit, hat ein Gericht jetzt geurteilt. Der bayerische Jägerchef hatte gegen diese "Ehrverletzung" geklagt und gewonnen.


Das Landgericht München hat die Ehre aller Waidmänner gegen Kritiker der Jagd verteidigt. Die Richter befanden, dass der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Jürgen Vocke, von Tierschützern nicht mehr «Lusttöter« genannt werden darf. (...)

Der beklagte Studiendirektor und Biologe hatte auf einem Flugblatt gefragt: «Ist der Landtagsabgeordnete Vocke ein Lusttöter?« Der Verbandspräsident habe selbst zugegeben, «aus Lust Tiere zu töten«, hieß es in dem Text. Dabei bezog sich der Biologe auf ein Zitat Vockes, die Jagd sei «nicht nur Dienst und Pflicht, sie ist Passion«.

Die Schlussfolgerung, «aus Lust Tiere zu töten«, sei als Interpretation gerade noch von der Meinungsfreiheit gedeckt, sagte der Richter, nicht aber die Bezeichnung «Lusttöter«. (...)
Während der Jagdszenen im Gerichtssaal zeigten vor dem Justizpalast etwa 50 Tierschützer ihren Unmut auf Transparenten wie «Stoppt die Lusttöter«. Einige traten in Tierkostümen auf, auch der «Problembär« Bruno war dabei.

Quelle: www.stern.de, 20.8.2007 (Auszug)
http://www.stern.de/politik/panorama/:Urteil-Nicht-Jäger-Lusttöter/595749.html



Nach oben

Augsburger Allgemeine

Prozess gegen Tierschützer

Jäger-Chef ein "Lusttöter"? Gericht entscheidet: Nein

Von Holger Sabinsky

München. "Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf", soll der erste Bundespräsident Theodor Heuss mal gesagt haben. Er hat damit eindeutig Farbe bekannt zur Frage, ob Jagd noch notwendig ist in Zeiten, in denen es Wildschweinsalami an der Supermarkttheke gibt.

Doch der Streit um die Notwendigkeit der Jagd wird mit unveränderter Härte weitergeführt. Die Tierschützer der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" haben in diesem Zusammenhang den Präsidenten des Landesjagdverbandes Bayern, Jürgen Vocke, auf einem Flugblatt einen "Lusttöter" genannt. Vocke, CSU-Landtagsabgeordneter und ehemaliger Finanzrichter, wollte sich das nicht bieten lassen.

Er hat am Landgericht München I eine einstweilige Verfügung gegen den Sprecher der Anti-Jagd-Initiative, den Biologen und Studiendirektor Kurt Eicher, beantragt. Bayerns oberster Jäger will nicht "Lusttöter" genannt werden. Richter Matthias Böhring verkündete Montagabend das Urteil: Die Bezeichnung ist ehrverletzend und nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt.

Die Auseinandersetzung zwischen Jagdgegner und Jagdpräsident hat eine längere Vorgeschichte. Am 31. März demonstrierten Tier- und Naturschützer während der Messe "Jagen und Fischen" in München gegen die Jagd. Jägerpräsident Vocke nahm dies zum Anlass, in einem Editorial für die Verbandszeitschrift Jagd in Bayern scharf zu schießen: Er nannte die Anti-Jagd-Demonstrationen "absurd" und schrieb: "Doch wir lassen uns die Freude an der Jagd nicht nehmen!"

Die entscheidende Passage: "Natürlich ist uns Jägern ein schöner Anblick, eine erfolgreiche Pirsch, ein erlegter Bock oder ein Wildschweinbraten eine große Freude. Die Jagd ist nicht nur Dienst und Pflicht, sie ist Passion..."

Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" um Kurt Eicher reagierte mit einem Handzettel, auf dem sie die Frage stellte: "Ist Landtagsabgeordneter Vocke ein Lusttöter?" Die Frage wird bejaht. Vocke gebe selbst zu, aus Lust Tiere zu töten. "Passion" heiße nichts anderes als "Lust" oder "Leidenschaft". Während der Jäger-Präsident sich durch den Begriff "Lusttöter" beleidigt fühlt, hält Jagd-Gegner Eicher das Wort für eine Meinungsäußerung. "In Jägerkreisen wird das Töten der Jagdbeute als orgiastisches Lusterlebnis gepriesen", sagt er. Das Wort "Lusttöter" sei ein plakatives Etikett bei der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem "blutigen und grausamen Freizeitsport".
(...)

Am Ende stand eine Kompromiss-Entscheidung: Jägerpräsident Vocke darf nicht persönlich als "Lusttöter" bezeichnet werden. Dass Jäger aus Passion Tiere töten, darf man aber behaupten.

Das spricht gegen die Jagd

Die Argumente von Rudolf Pohlenz, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Natur ohne Jagd":

Bei Jagdunfällen sterben pro Jahr etwa 40 Menschen. 800 Personen werden teilweise schwer verletzt.

Die Jagd ist nicht notwendig. Die Population einzelner Tierarten wird von der Natur selbst geregelt.

In Gebieten, in denen nicht gejagt wird, sind Flora und Fauna besser im Gleichgewicht.

Die Jagd widerspricht dem deutschen Tierschutz. Angeschossene Dachse oder Marder verenden qualvoll, weil sie von den Jägern einfach im Wald liegen gelassen werden.

Durch die eingesetzten Kugeln wird die Umwelt stark verschmutzt. 1500 Tonnen Blei landen so pro Jahr auf Böden und in Gewässern. (tiba)

Quelle: Augsburger Allgemeine, 20.8.2007 (Auszug)



Nach oben

Abendzeitung München


Abendzeitung München, 21-08-2007 (Ausschnitt) zur Vergrößerungsansicht anklicken



Nach oben

Abendzeitung - Morgenausgabe


Abendzeitung München, 21-08-2007, Morgenausgabe (Ausschnitt) - zur Vergrößerungsansicht anklicken



Nach oben


Augsburger Allgemeine, 21-08-2007 zur Vergrößerungsansicht anklicken



Nach oben

Münchner Merkur


Münchner Merkur, 21.8.2007 



Nach oben


Münchner Merkur, 21.8.2007 (Ausschnitt) zur Vergrößerungsansicht anklicken



Nach oben

Gegendarstellung

Diese Gegendarstellung schickte Kurt Eicher an den Münchner Merkur:

Der Artikel vermittelt den Eindruck, dass es in dem Prozess nur um die Bezeichnung des Jägerpräsidenten Vocke als "Lusttöter" gegangen sei und dass das Gericht diese Bezeichnung verboten habe.
Dies ist nicht richtig. Gegenstand des Verfahrens war auch die in dem Flugblatt an Vocke gerichtete Äußerung: "Sie geben also selbst zu, aus Lust Tiere zu töten." Diese Äußerung wurde vom Gericht nicht beanstandet.

Heilbronn, 21.8.2007
Kurt Eicher



Nach oben

tz München


tz München, 21.8.2007 (Ausschnitt) zur Vergrößerungsansicht anklicken



Nach oben

Süddeutsche Zeitung


Süddeutsche Zeitung, 21.8.2007 (Ausschnitt) zur Vergrößerungsansicht anklicken



Nach oben

BILD München


BILD München, 21.8.2007 



Nach oben

Leserbriefe

Sehr geehrte Damen und Herren,

ob "Bayerns oberster Jäger" sich nicht als Lusttöter bezeichnen lassen will, spielt eigentlich gar keine Rolle. Die Frage ist doch, sind Jäger Lusttöter? Und diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Ja, Jäger sind Lusttöter.
Für die heutige Jagd gibt es keine Notwendigkeit. Sie wird nur zum Vergnügen, zur Lust der Jäger ausgeübt. Und damit auch genug Tiere zum Töten vorhanden sind, zerstört die Jägerschaft bewusst und gezielt ökologische Gefüge und Systeme. Das hat noch den netten Nebeneffekt, der uninformierten Öffentlichkeit die Jagd als notwendig hinstellen zu können. Doch wie Vocke selbst sagt, ist die Jagd eine "Passion". Und Passion ist ein anderes Wort für Lust. Punkt.
Auch Vocke wird sich damit abfinden müssen, dass die Jagd zu recht bei der Bevölkerung immer weniger auf Akzeptanz stößt, denn die Aufklärung über das wahre Treiben der Jäger nimmt immer mehr zu. Es kann in unserer Zivilisation nicht angehen, dass eine Handvoll schießwütiger Waffennarren dem blutigen Hobby Tiere töten ungestraft frönen darf.
Mit diesem lächerlichen, von Vocke angestrebten Prozess, zeigt er um so deutlicher sein echtes Gesicht. Und ganz gleich, wie das Urteil auch lauten mag, diese Aktion ist ein mehr als ungeschicktes Eigentor. Nicht nur für Vocke, sondern für die gesamte Jägerschaft.

NATUR OHNE JAGD e.V.
WIR FÜCHSE
Marc Buchtmann
Wilhelm-Raabe-Str. 16



Nach oben

Betreff: Lesermeinung zum Bericht: „Bayerns oberster Jäger will sich nicht "Lusttöter" nennen lassen“

Jägerpräsident „Vocke“ will kein Lusttöter sein?
Wenn ein in Deutschland lebender zivilisierter Mensch den Drang verspürt in seiner Freizeit auf die Jagd zu gehen, stellt sich einem doch unwillkürlich die Frage: „Was treibt ihn dazu?“
Ernstzunehmende, echte Naturliebhaber tun dies allerhöchstens „bewaffnet“ mit einer Kamera und nicht mit einer todbringenden Waffe.
Mein Mann pflegt immer zu sagen: „Wenn Ihr Jäger doch so wichtig seid, wie Ihr vorgebt zu sein, dann lasst Euch doch bezahlen für Euer blutiges Hobby. Wenn Ihr es mit dem Tier- und Naturschutz wirklich ernst meint, dann sammelt Eure Gelder, welche Ihr für teure Waffen, Jeeps und sonstige jagdliche Utensilien ausgebt und gleicht damit ausschließlich die angeblichen „Wildschäden“ aus. Für Millionen echter Tier- und Naturschützer ist es selbstverständlich die Natur- und Tierwelt in Form von Spenden und anderer, oftmals aufwändiger Einsätze zu unterstützen!“
Der Mensch ist nicht in der Lage im Sinne der Natur zu selektieren und zu regulieren, dazu ist das ökologische Geflecht viel zu komplex! Was in unserer Natur-Kulturlandschaft leider fehlt, ist der Lebensraum für selten gewordene Tierarten. Diese sind nicht zu ersetzen durch einfaches Totschießen von vermeintlichen "Schädlingen".
Wer zur Jagd geht ist triebgesteuert! Deswegen ist die aufgeworfene Frage von dem Biologen, Herrn Kurt Eicher, mehr als berechtigt: „Ist Jägerpräsident Vocke ein Lusttöter?!“
Das Gericht kann entscheiden wie es will, der Großteil der Bevölkerung steht auf der Seite der Jagdkritiker!
Mit freundlichen Grüßen,

Bianka Pelli – Borunski
Braunenberger Str. 23
78359 Orsingen – Nenzingen
Tel.: 07771 - 921470



Nach oben

Leserbrief zu Ihrem Bericht: „Bayerns oberster Jäger will sich nicht "Lusttöter" nennen lassen“

Sein oder nicht Sein, das ist hier die Frage.

Sind die Jäger unseres Landes nun Lusttöter oder sind sie es nicht?
Wer, zugegebenermaßen, aus Spaß am Töten dieses veraltete Hobby betreibt, sich auch genau dahingehend äußert, ist doch unterm Strich selbst verantwortlich dafür, dass die Bevölkerung dies dementsprechend interpretiert. Ob nun ein Herr Vocke dies wahrhaben will oder nicht. Das Gesicht dieses ekelhaften Hobbys, bei dem jährlich über 5 Millionen Tiere qualvoll ihr Leben lassen müssen, ist erkannt. Die volksverdummende Maske des angeblichen Naturschützers JÄGER wird immer dünner und durchsichtiger. Und hinter dieser Maske erkennt man immer besser die bewaffneten Zombies mit ihren wahren niederen Beweggründen, Trieben und ihrer Mordlust.
Täglich erkennen mehr Menschen die wahre Motivation sowie die Überflüssigkeit des Treibens dieser Minderheit. Einer Minderheit die es fertigbringt nicht nur in Deutschland jährlich 1500 Tonnen Blei in unserer Umwelt zu verteilen. Vielen einzelnen, dieser Heger und Pfleger reicht der Abenteuerspielpatz Deutscher Wald nicht mehr aus, sie schaffen es, im Zuge von Jagdreisen ins Ausland, selbst geschützte Tierarten zu töten. Wo ist hier denn die Notwendigkeit?
Ganz klar geht allein dadurch bereits hervor, das ein solches Treiben schon sehr Suchtverdächtig ist.
Die Sucht nach dem Kick, zu sehen wie ein wehrloses Tier unter dem Beschuss von Jagdwaffen zusammenbricht und sich dann möglichst noch mit der armen, zum Spaß getöteten Kreatur fotografieren zu lassen. Grundsätzlich geht es hier doch nicht um Natur, oder Artenschutz. Es geht ganz klar um die Lust am Töten.
Offensichtlich haben die Richter solche Tatsachen gänzlich außer Acht gelassen. Dieses Urteil ist ein Witz und geht weit an der Wahrheit vorbei.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und daher zählen wir künftig auf Richter, die alle Facetten dieses Themas einmal richtig recherchieren, bevor sie urteilen.

Rudi Pohlenz
Initiative Haus- u. Wildtierschutz
Sprickbergweg 16
32602 Vlotho



Nach oben

Jemand, der aus Lust einen Mord begeht, wird als Lustmörder zu langen Haftstrafen verurteilt. Wenn Jägerpräsident Vocke aus Lust und Freude Tiere tötet, bleibt er nicht nur ungestraft, sondern darf noch nicht einmal als Lusttöter bezeichnet werden.
Es ist halt wie immer: Die Würde und Ehre des Menschen, das „Macht euch die Erde untertan“ und das „ ... es sind ja nur Tiere“, machen den Unterschied.
So wurde aus dem haarspalterischen Versuch einer Ehrenrettung einmal mehr die Chance vertan, die Jägerei deutlich als das zu verurteilen, was sie in Wirklichkeit ist: Das Lusttöten von wehrlosen Mitgeschöpfen – hinterhältig – qualvoll – ökologisch sinnlos!

Roland Dunkel



Nach oben

„Vocke ist kein Lusttöter“, vom 21.8.2007

Unter einigermaßen zivilisierten Mitmenschen herrscht moralisch und rechtlich Übereinstimmung darüber, dass Rücksichtslosigkeit bis Nötigung, Bedrohung und Körperverletzung bis hin zum ausgeführten Totschlag oder Mord höchst verwerfliche „Dinge“ sind und strafrechtliche Folgen haben müssen.
Dies gilt aber nur von Mensch zu Mensch.

Von Mensch zu Tier sind die schlimmsten Dinge, z.B. das Totschießen legal, also erlaubt – und es wird von den Jägern in seiner archaischen Urform zelebriert. Die Gründe, besser Vorwände, für die scheinbare Notwendigkeit des millionenfachen Gemetzels (Jagd genannt) – z.B. wegen der grassierenden Tollwut oder dem todbringenden Fuchsbandwurm, der hemmungslosen „Wildüberbevölkerung“ bis hin zum Auffressen des letzten Baumes - werden leider allzu gern und unkritisch von den Zeitungsmachern übernommen.

Leicht wäre es auch, andere „verschwiegene“ Motive der grünberockten Gewehrträger herauszufinden. Diese sind nachzulesen in aktuellen Jagdzeitschriften und -Büchern oder diversen Internetauftritten. Hier brüsten sich Gewehrträger arrogant und schamlos, herrschaftlich und brutal ihrem Hobby: die Macht über Leben und Tod zu haben – und dabei auch noch Spaß und Lust zu genießen, wenn man so „ansitzt“ mit dem Finger am Abzug …

Was da an sexuell abartigen Lustgefühlen beim Erschießen so alles erlebt wird und so von „Mann zu Mann“ weiter erzählt wird, ist zunächst unglaublich schockierend und erschreckend. Je mehr man sich mit dem Phänomen der Jagd auseinandersetzt, umso mehr muss man aber realisieren, dass das Lustempfinden ein bedeutsamer Teil einer Jagd ist.

Wie sagte dazu das Landgericht München zum ehemaligen Berufskollegen: „Die Schlussfolgerung, «aus Lust Tiere zu töten«, sei als Interpretation gerade noch von der Meinungsfreiheit gedeckt, nicht aber die Bezeichnung «Lusttöter«“ … Ich finde, dass mit dieser „nachtsichtig feinsinnigen“ Unterscheidung nur die schaurige Realität weiterhin verschleiert werden soll.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter Gernbacher



Nach oben

An die Mainpost:
Werte Damen und Herren,

dass es mit der Bildung in Deutschland nicht sehr weit her ist, sieht man sehr gut an einem ehemaligen Finanzrichter und einem Richter. Der eine entscheidet sich zum passionierten Töten von Tieren, der andere zum passionierten Töten der Meinungsfreiheit – und ganz nebenbei zum Killen der letzten Hirnreserven. Die Berufungsinstanz wird zeigen, ob wir noch Richter mit Verstand in Deutschland haben. Einem vernünftigen Menschen kommt es jedenfalls nicht in den Sinn, die Passion Christi in Analogie zum Treiben der Jäger zu setzen. Lust und Leidenschaft hat Christus auf seinem letzten Weg sicher nicht empfunden, so wenig wie die Passionsblume Christi Passion teilt.

Hochachtungsvoll
Barbara Hohensee



Nach oben

An die Süddeutsche Zeitung:
Sehr geehrte Damen und Herren,

es handelt sich nicht um "eine" Initiative zur Abschaffung der Jagd, sondern um die IzAdJ. Das nur vorneweg.

Der CSU Landtagsabgeordnete und Jäger Jürgen Vocke teilt sicher gerne die Passion Christi, die der Richter am Landgericht so verquer aller Logik als weiteres Beispiel für die Begriffsauslegung des Wortes Passion benutzte. Wann darf man also mit Hammer und Zimmermannsnägeln kommen, um Vocke ans Kreuz zu schlagen, um seine Passion zu begründen? Oder sollen wir Passionsblumen auf der blutigen und monströsen Spur Vockes streuen? Bluttriefend sind nicht die Flugblätter der Initiative, sondern ist das Treiben des jägerischen Katholiken Vocke. Das sog. christliche Abendland bleibt somit ganz seiner blutigen Tradition verhaftet, denn ans sprichwörtliche Kreuz geschlagen werden noch immer diejenigen, die den Mut zur Wahrheit haben. Mal sehen, ob die Berufungsrichter mit mehr Verstand gesegnet sind.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hohensee



Nach oben

An die Augsburger Allgemeine:
Sehr geehrte Damen und Herren,

nicht entscheidend ist, ob sich Bayerns oberster Jäger Vocke Lusttöter nennen lassen will oder nicht, sondern ob er einer ist. Für Leute in oberen Etagen gelten allerdings andere Gesetze als für das sog. gemeine Volk. Das ist bekannt. Das Jägerlatein ist sprichwörtlich. Wer sich mit der Jagd und den Argumenten beider Seiten auseinandergesetzt hat, kommt zum Ergebnis, dass Jagd nicht das ist, wofür sie volksverdummend ausgegeben wird. Doch bekanntlich wird der Verstand dann nicht in Anspruch genommen, wenn Tätigkeiten lustvoll sind. Für den einen ist es die Jagd, für den anderen der Wildbraten. Hoffen wir, dass die Berufungsinstanz ihren Verstand noch beisammen hat.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hohensee



Nach oben

An den Münchner Merkur:
Werte Damen und Herren,

es war an der Zeit, dass auch der oberste Jäger Bayerns in die Schusslinie geriet. Vocke, der Lusttöter, der sich aber nicht so bezeichnen lassen will, steht für die Heuchelei über die angebliche Notwendigkeit der Jagd. Sie ist ihm Passion – und er leidet sicher sehr darunter – will er doch keineswegs als Lusttöter bezeichnet werden. Es ist also an der Zeit, ihn von seinem Leiden zu befreien, da er es offensichtlich selbst nicht schafft. Es ist bekannt, dass sich Spießgesellen nicht gerade freuen, wenn man den Spieß umdreht und ihr Tun beim Namen nennt. Das haben sie mit Alkoholikern und gewohnheitsmäßigen Lügnern gemeinsam. Noch hat Vocke Schützenhilfe von einem offensichtlich überforderten Richter am Landgericht bekommen. Mal sehen, ob wenigstens dem Berufungsgericht ein Licht aufgeht, oder ob sich dieses auch eher an der Passion Christi oder womöglich der Passionsblume hochrankt, um das Treiben der Jäger zu bemänteln.

Hochachtungsvoll
Barbara Hohensee



Nach oben

6.10.07: 6 Jahre Anti-Jagd-Demo / 6.8.07: Jagd-Gegner contra "Lusttöter"