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»Natur ohne Jagd« in Dortmund

Anlässlich der Jägermesse »Jagd und Hund«:
64. bundesweite Anti-Jagd-Demo am 3. Februar in Dortmund

Tierfreunde aus ganz Deutschland gehen
für eine Natur ohne Jagd auf die Straße

»Wir brauchen keine Jäger, die als Hobby und Freizeitvergnügen Tiere tot schießen!« Anlässlich der Jägermesse »Jagd und Hund« werden am kommenden Samstag mehrere Hundert Tierschützer aus ganz Deutschland in Dortmund demonstrieren: für eine Natur ohne Jagd. Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd weist auf aktuelle wissenschaftliche Studien hin: »Die Natur reguliert sich selbst. In den unbejagten Gebieten in Europa sind Tiere und Natur im Gleichgewicht.« Dass die wahre Motivation der Jäger die »Lust am Töten« und »Freude am Beute machen« ist, wird sogar in den einschlägigen Jagdzeitschriften inzwischen offen zugegeben. - Mit dem Staatsziel Tierschutz, das seit 2002 im Grundgesetz verankert ist, ist dies wohl kaum zu vereinbaren...

»Schafft die Jagd ab!« - Über 300 Demonstranten werden am 3. Februar in Dortmund ihre Stimme für die Tiere erheben. Über 20 Tier- und Naturschutzorganisationen haben ihre Teilnahme an dieser 64. bundesweiten Anti-Jagd-Demo bereits angekündigt. Der Protestmarsch beginnt um 12 Uhr am Hauptbahnhof. Von 13-15 Uhr findet auf dem Katharinenplatz vor dem Hauptbahnhof eine große Kundgebung statt. Für alle Teilnehmer wird kostenlos vegetarische Hokkaido-Kürbis-Suppe ausgeschenkt.

Jäger schießen auf Wildtiere: Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand

In Deutschland werden jedes Jahr 5 Millionen Wildtiere mit Kugel oder Blei erschossen, erschlagen oder in Fallen grausam getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.

Jäger schießen auf Haustiere: Jedes Jahr sterben 300.000 Katzen und 40.000 Hunde

Was viele nicht wissen: In Deutschland werden Jahr für Jahr etwa 300.000 Hauskatzen und an die 40.000 Hunde von Jägern erschossen, erschlagen oder in Fallen gefangen. Wie der Schäferhund, der am 26. Januar starb, weil ihn ein Jäger mit einem Wildschwein verwechselte. Oder der Husky, der am 17. Januar in einer Schwanenhals-Falle verendete, die ein Jäger aufgestellt hatte.

Jäger schießen auf Menschen: Jedes Jahr etwa 40 Tote

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen. Alleine in Deutschland. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder. Den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften werden jährlich über 800 Jagdunfälle gemeldet, wobei diese Zahl sicherlich nur die Spitze des Eisbergs ist.
Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen. In der Statistik finden sich »klassische« Jagdunfälle: Ein Jäger erschießt aus Versehen einen anderen Jäger oder den Treiber. Doch was besonders schockierend ist: Immer häufiger trifft es Familienangehörige der Jäger. So am 17. Januar, als ein Mann aus Ludwigsfelde mit der Jagdwaffe seine beiden Kinder erschoss und anschließend sich selbst.

Die Abschaffung der Jagd ist längst überfällig

Es gibt in Deutschland kein Naturschutzgebiet, keinen Wald, keinen See, welcher nicht der Bejagung unterliegt. »Unsere noch verbliebene Rest-Natur und die darin lebenden Wildtiere haben etwas Besseres verdient, als zum Schießpark von 300.000 Hobby-Jägern degradiert zu werden«, so der Biologe Kurt Eicher. »Eine kleine Minderheit von 0,3% der Bevölkerung terrorisiert die Allgemeinheit«. Die repräsentativen Umfragen der letzten Jahre zeigen übereinstimmend: mehr als zwei Drittel der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie völlig ab.



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31.3.07: »Natur ohne Jagd« in München / 63. bundesweite Anti-Jagd-Demo