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Roland Dunkel, 2.6.07 in Frankfurt
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Rede von Roland Dunkel vom Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche e.V. bei der 68. bundesweiten Demonstration "Natur ohne Jagd" am 2. Juni 2007 auf dem Frankfurter Römer:
Ich grüße Sie! Wäre das heute eine Jägerveranstaltung und ich stünde als Jäger vor Ihnen, so würde ich Sie natürlich mit einem „Waidmannsheil“ begrüßen. Weidmannsheil – wäre ja auch sinnvoll, denn noch immer ist das Jagen gefährlich. Zahlen von toten Jägern und Jagdgehilfen bestätigen das. Die Gefahr geht aber nicht – so wie das noch zu Zeiten der Neandertaler war - von den wilden Tieren aus, sondern von den Jägern selbst. Gefährlich ist ihre Unvernunft, ihr Unvermögen, manchmal ihre Altersschwäche und manchmal auch der Alkohol. Also, Weidmannsheil ist schon in Ordnung.
Mordmannsheil wäre natürlich auch in Ordnung. Aber welcher Jäger würde sich schon als Mörder bezeichnen wollen? Heger – Pfleger – Naturschützer - so klingt`s aus dem Märchenwald. Doch mehr dazu an anderer Stelle.
Zunächst muss ich Ihnen gestehen, dass ich selbst einmal auf Seiten dieser „Naturschützer“ stand, auch wenn das vor vielen Jahren war: Als Kind hatte ich nämlich an einer Treibjagd teilgenommen. Zusammen mit anderen Jungs war ich als Treiber eingeteilt und hatte außerdem die Aufgabe totgeschossene Tiere einzusammeln. Hauptsächlich Füchse und Hasen. Zum Teil Tiere mit zerfetzten Leibern, zum Teil halb totgeschossene Tiere mit zerfetzten Leibern. Doch weder wir Kinder, noch die Älteren haben damals dieses Gemetzel in Frage gestellt. Im Gegenteil: Wir waren stolz! Schließlich waren wir Teil einer überaus feinen, ehrenwerten Gesellschaft: Da war z.B. der für unser Dorf zuständige Tierarzt, Kommunalpolitiker, angesehene Geschäftsleute, sogar der Chefarzt des Kreiskrankenhauses gab sich und seinem Jagdhund die Ehre. Also, was gab es da noch zu hinterfragen? Schließlich sorgten die angesehenen Herrschaften für das Gleichgewicht in der Natur und sie sorgten für eine „saubere“ Natur!
Seit dieser Zeit hat sich einiges verändert. Immer mehr sah sich die Jägerschaft Kritik ausgesetzt. Unangenehme Fragen wurden an die Jäger gerichtet und wissenschaftlichen Argumenten hatten sie nichts Vernünftiges entgegenzusetzen. So wurde aus der ehrenwerten Gesellschaft bald eine unehrenwerte, ziemlich peinliche, und wie ich finde, beschämende Gesellschaft.
Ihr guter Ruf ist dahin. Selbst dort, wo noch vor Jahren der Herr Jäger mindestens so angesehen war wie der Dorfpolizist, weiß man heute mit den Begriffen »Hobbymörder«, »Lusttöter« oder »Bambikiller« etwas anzufangen! Dank an dieser Stelle auch an die AJ-Gang!
Wir wissen heute auch, dass die Natur den Jäger nicht braucht. Wir wissen, dass es dem Jäger auf Trophäen und auf das Vergnügen ankommt. Wir wissen, was ihm seine Jagdleidenschaft bedeutet und wie es im Allgemeinen um seine Psyche bestellt ist. Ja, es hat sich einiges verändert. Bei den Jägern selbst hat sich leider nichts verändert - nicht ihre Heimtücke und Respektlosigkeit gegenüber den Tieren, nicht ihre Dreistigkeit und Verlogenheit gegenüber den Menschen. Und weil sie auch heute noch behaupten im „Dienste der Schöpfung“ unterwegs zu sein, so hat sich auch ihre Gottlosigkeit nicht verändert!
Ich muss das wiederholen: Sie nennen ihren Terrorismus „Dienst an der Schöpfung“! Sie töten aus Spaß Mitgeschöpfe und das millionenfach, jahraus, jahrein - nicht selten ist dabei das Sterben der Kreaturen ein tage- oder wochenlanges Leid erfülltes Dahinsiechen. Sie legen Fallen, in denen die Tiere auf grausamste Weise zu Tode kommen - und die Damen und Herren in ihrem grünen Metzgergewand behaupten tatsächlich „Dienst an der Schöpfung“ zu leisten! Wie nennt man diese Krankheit eigentlich?
Was sich seither auch nicht verändert hat, und das ist das eigentlich Wesentliche, ist das Jagdgesetz. Jeder Versuch dieses Gesetz zu reformieren wurde mehr oder weniger vom Tisch gefegt. Noch nicht einmal das Verbot der Haustierabschüsse haben unsere Volksvertreter zustande gebracht! Welch ein Armutszeugnis für unser angeblich so tierfreundliches Deutschland!
Meine Damen und Herren »JETZT ERST RECHT« muss die Devise lauten! Jetzt erst recht, gilt es dafür einzutreten, dass altertümliches Jagdrecht Schritt für Schritt dem Zeitgeist und dem Willen der meisten Menschen, vor allen Dingen aber der Wissenschaft angepasst wird! Nicht die Jagdleidenschaft, nicht das Jagdfieber und nicht die Jägerlobby dürfen hierbei entscheidend sein, sondern das Wissen um ökologische Zusammenhänge und der gesunde Menschenverstand!
Wir, der Arbeitskreis für humanen Tierschutz und gegen Tierversuche, haben es uns zur Aufgabe gemacht – zusammen mit der Initiative zur Abschaffung der Jagd - Prozesse einzuleiten, damit beim Gesetzgeber ebenfalls Prozesse stattfinden können, ja stattfinden müssen! Diese Aufgabe lautet: „Ende der Zwangsmitgliedschaft von Grundstückseigentümern in Jagdgenossenschaften“!
Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Ihre Unterstützung! Wir benötigen auch die Unterstützung von möglichst vielen unfreiwilligen Jagdgenossen. Dafür wären wir dankbar! Dankbar sind wir bereits heute, nämlich den Organisatoren dieser Demo. Ein Dankeschön insbesondere an Julia Brunke und Kurt Eicher.
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Prof. Dr. Wolfgang Karnowsky, Hans-Rönn-Stiftung / Barbara Rütting: Rede am 31.3.07 in München
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